Patti Smith macht sich ja leider hierzulande eher rar, weswegen die seltenen und durchweg atemberaubenden Konzerte der legendären Musikerin umso größere Highlights darstellen – wie zuletzt das einzige Deutschland-Konzert 2009 in der Jahrhunderthalle Frankfurt (weit im Vorverkauf ausverkauft). Zuletzt erschien 2007 das Album „Twelve“, auf dem Patti Smith zwölf „fremden“ Songs ihren sehr eigenen Stempel aufdrückte. Die Auswahl war auf den ersten Blick vielleicht etwas überraschend – Songs von Jimi Hendrix, Neil Young, den Rolling Stones, den Doors, Bob Dylan, Stevie Wonder oder Tears For Fears – aber die Künstlerin befand sich durchweg auf Augenhöhe mit den Originalen und verursachte spätestens mit ihrer magischen Version von Nirvana’s „Smells Like Teen Spirit“ als düsteres Akustik-Folk-Stück Gänsehaut.
Bei ihren Deutschland-Open Airs im Sommer 2010 wird Patti Smith neben Songs aus dem Album „Twelve“ auch erstmals neue Songs von ihrem nächsten Album vorstellen – und natürlich ihre Hits.
„Sie schreitet den Parcours ihrer Möglichkeiten ganz ab, von bald vier Jahrzehnten ist da zu sprechen. Zeit scheint für Patti Smith nicht entlang einer Schiene zu verlaufen, sondern ihr wie ein weiter, geräumiger Hof zur Verfügung zu stehen. Vielleicht bewegt sich die Zeit für sie in Schleifen, wie ihre Stimme, die in all den Jahren nur noch beweglicher geworden ist, oder wie die Töne auf einer elektrischen Gitarre, von der sie einmal gesagt hat, sie sei das einzige Maschinengewehr, das sie jemals gebrauchen werde. (…) Es hat sich schon immer gelohnt, Patti Smiths Texte zu verstehen und zu begreifen; denn sie ist ganz eigentlich eine Dichterin, und der Punk in ihr ist vor allem sprachliche Entäußerung, die Musik ihre Rhythmusmaschine (...) Zwei Stunden lang sind auf der Bühne nur Kraft, Musik, und jene Botschaften der Patti Smith, die diese Rock’n’Roll-Königin zur Predigerin machen: nicht sanftmütig geworden, aber geduldiger und noch aufregender als früher. (…) eine Herrscherin und ihr Publikum. Ihm schenkt sie zum Abschied noch in einer entgrenzten Performance ihren vielleicht stärksten Song, den „Rock’n’Roll Nigger“. Mit Pathos wird Geschichte gemacht.“
(Rose-Maria Gropp in der „FAZ“ über den Frankfurter Auftritt 2009)
In diesem Monat erscheint auch hierzulande Patti Smith’s Bestseller „Just Kids – Die Geschichte einer Freundschaft“ (KiWi, 18.3.2010), ein autobiographisches Meisterwerk der Ikone der Punk-Bewegung, Dichterin und Ausnahmekünstlerin.
2007 wurde Patti Smith in die „Rock’n’Roll Hall of Fame“ aufgenommen.
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